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Eine Frau und im Hintergrund ein Mann lesen in Unterlagen.

Businessplan

Wenn Du Banken und Investoren von Deiner Geschäftsidee überzeugen willst, brauchst Du ein Geschäftskonzept. Dein Businessplan ist praktisch die Visitenkarte Deines Unternehmens.

Auch für Dich selbst dient er als wichtiges Planungs- und Kontrollinstrument, um den Aufbau und später die Entwicklung Deines Unternehmens voranzutreiben. Dabei solltest Du die Chancen, aber auch die Risiken deutlich machen.

Bestandteile eines Businessplans

Dein Businessplan sollte auf maximal 20 bis 30 Seiten möglichst klar und deutlich die Unternehmenskonzeption aufzeigen. Je nach Vorhaben werden dabei unterschiedliche Ansprüche gestellt. Wer ein technologieorientiertes Unternehmen gründet, muss sicherlich bestimmte Themen ausführlicher darstellen als Gründerinnen und Gründer eines kleinen Dienstleistungsunternehmens. Für alle gilt jedoch: Der Businessplan muss Dein Gegenüber vom Erfolg des Unternehmens überzeugen.

Businessplan erstellen - 4 Tipps

  • Eine Frau mit Kopfhörern sitzt an einem Schreibtisch und schreibt in ein Notizbuch.

    1. Nimm Dir genug Zeit

    Es kann mehrere Monate dauern, bis Dein Businessplan steht: Marktrecherche, Finanzierungskonzepte, Anträge auf Fördergelder, Lieferantensuche und Dokumentieren benötigen Zeit.

  • Ein junger Mann diskutiert mit einer Gruppe von jungen Leuten.

    2. Finde klare Worte

    Feile so lange an Deiner Idee, bis Du sie in wenigen Sätzen klar und verständlich vermitteln kannst – egal wie kompliziert sie auch sein mag. Nutze Feedback von Freunden, die Dein Vorhaben von außen sehen.

  • Eine Gruppe von Männern und Frauen schaut gemeinsam auf einen Laptop.

    3. Sei realistisch

    Sei ehrlich mit Dir selbst und Deinen Geldgebern: Ist Deine Geschäftsidee realistisch? Kennst Du den Markt und Deine Chancen? Hast Du genug Eigenkapital und Reserven für Unvorhergesehenes?

  • Zwei Frauen und ein Mann sitzen zusammen und betrachten Unterlagen.

    4. Hol Dir Hilfe

    Setze bei der Erstellung Deines Businessplans auf die Beratungsangebote der STARTERCENTER NRW sowie den Sachverstand von externen Beratern. Nutze auch Vorlagen und Beratungszuschüsse.

Grundsätzlich besteht ein Businessplan aus einem Textteil, der Deine Geschäftsidee detailliert beschreibt und einem Zahlenteil, der u. a. Planungsberechnungen zur Kapitalbedarfs-, Finanzierungs- und Liquiditätsplanung ausweist. Aus folgenden Bestandteilen setzt er sich zusammen:

1. Kurzbeschreibung

Die Zusammenfassung der wesentlichen Konzeptinhalte dient der schnellen Bewertung Deines Vorhabens. Sie sollte in fünf Minuten von Dritten gelesen und verstanden werden können. Idee, Gründungsform, Markt, Produkt und Konkurrenz, Deine Stärken im Wettbewerb, die Höhe der Investitionen und Deine Finanzplanung sind hier wichtig.

2. Gründerperson

Die Angaben über Dich selbst und Deine möglichen Partner belegen Deine unternehmerische Kompetenz. Führe hier den persönlichen und beruflichen Werdegang aller gründenden Personen, Deine Branchenkenntnisse, Deine Fach- und Schlüsselqualifikationen zur Unternehmensführung, die Nutzung von Beratung und Qualifizierung sowie die Unterstützung durch Dein eigenes privates Umfeld an.

3. Gründungs- und Unternehmensform

Gründest Du alleine oder gemeinschaftlich? Welche Rollen übernehmen dabei Du und Deine Partner? Gehe auf die Unternehmens- bzw. Rechtsform und den organisatorischen Rahmen Deines Unternehmens ein. Stelle bei einer Übernahme Deine spezifische Qualifikation und die wirtschaftliche Lage des bestehenden Betriebes dar – und die zu übernehmenden vertraglichen Verpflichtungen. Begründe bei Franchising Deine Entscheidung.

4. Produkt- und Leistungsangebot

Vermittle die Vorzüge Deines Angebotes für Fachfremde. Skizziere Deine Produkte und Dienstleistungen in den wesentlichen Aspekten und stelle das Neue bzw. Besondere gegenüber anderen Anbietern heraus. Beurteile auch die Zukunftsaussichten Deines Angebotes.

5. Markt, Standort und Wettbewerb

Die Erfolgsaussichten Deines Unternehmens werden mit der Analyse der Branchen- und Marktbedingungen dargestellt. Beschreibe und bewerte Deine Zielgruppen, die Markt- und Branchensituation, aktuelle Trends, Deine Standortwahl und Deine Absatzerwartungen. Erstelle Wettbewerbsprofile Deiner Mitbewerber und prognostiziere deren Reaktion auf Deinen Markteintritt. Wie willst Du Deine Standort- und Wettbewerbsvorteile für die Zukunft sichern?

Zitat Carsten Grünewälder, Waagentechniker
Carsten Grünewälder

Ich kann Gründern nur empfehlen, zu Beginn einen richtig guten Businessplan zu machen und diesen auch selber zu schreiben. Es kommt bei den Banken gut an, wenn man sich selber Gedanken gemacht und sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat: Wie sieht das Konzept aus? Welche Zielgruppen habe ich und wie will ich die erreichen? Wo liegen meine Verdienstmöglichkeiten?

- Carsten Grünewälder, Waagentechniker

6. Marketing und Vertrieb

Erläutere die Marketingstrategie, mit der Du bekannt werden und Deine Produkte und Dienstleistungen verkaufen willst, inklusive des Erscheinungsbilds Deines Unternehmens und Deiner Markteintrittsstrategie. Welches Vertriebskonzept nutzt Du für den Absatz und welche Preise nimmst Du? Stelle Deine Verkaufsförderungsmaßnahmen, den Werbeetat und Deine Öffentlichkeitsarbeit dar.

7. Betriebsorganisation und Personal

Gründest Du im Team, dann musst Du die künftige Führungs- und Organisationsstruktur Deines Unternehmens erläutern. Beschreibe Deine Personalbedarfs- und Personaleinsatzplanung. Stelle dar, was Du wie vertraglich regeln willst, welche Vorschriften für Dein Unternehmen zu beachten sind und ob Du ein Qualitätssicherungssystem, z. B. eine Zertifizierung, anstrebst.

8. Steuern und Versicherungen

Berücksichtige in Deinem Konzept die steuerlichen Belastungen, Versicherungen und sonstige Beiträge. Welche Risiken ergeben sich für Dein Unternehmen und Personal und welche Vorsorge triffst Du? Bedenke die Aufwendungen zur Absicherung Deiner persönlichen und familiären Risiken. Welche Pflichtbeiträge fallen darüber hinaus an?

9. Investitionsplanung und Kapitalbedarf

Stelle Deinen langfristigen und kurzfristigen Kapitalbedarf dar. Wie soll Deine Finanzierung aussehen? Wie hoch ist Dein Eigenkapitalanteil?

10. Umsatz und Ergebnisplanung

Die Planzahlen in Deinem Berechnungsschema zur Umsatz- und Ergebnisplanung dienen der Einschätzung Deines späteren Erfolges. Gib realistische Werte an. Weder Du selbst noch Deine Hausbank sind an beschönigten Daten interessiert. Füge die Best- und Worst-Case-Planung für die nächsten drei Jahre bei.

11. Liquiditätsplanung

Die Tabelle zur Planung Deiner ständigen Zahlungsfähigkeit im ersten Wirtschaftsjahr belegt, dass Du seriös planst und ausreichend Reserven vorhältst. Wie wirkt sich die Worst-Case-Planung auf Deine Kosten und Deine Liquidität aus?

12. Risikoanalyse

Zeige, dass Dir die Risiken Deiner Gründung bekannt und dass Du auf das Eintreten des Worst-Case vorbereitet bist. Mit welchen Instrumenten willst Du Deine Unternehmensentwicklung zeitnah im Blick behalten? Und wie reagierst Du auf kritische Entwicklungen?

13. Zeitplanung

Eine gute Zeitplanung hilft Dir bei der Umsetzung Deiner Gründung und demonstriert, dass Du zielorientiert und systematisch vorgehst. Mit Hilfe von Etappenzielen kontrollierst Du den Gründungsprozess und schaffst Dir Motivationsanreize.