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Ariane Hensch und Sven Walton stehen in ihrer Konditorei.

Interview mit Ariane Hensch und Sven Walton, Confiserie Harmonie

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In ihrer „Confiserie Harmonie“ kreieren die Konditormeister Ariane Hensch und Sven Walton aus besten, saisonalen Rohstoffen edle kleine Törtchen, moderne Cupcakes und raffinierte Kleintorten. Jedes Produkt, das in liebevoller Handarbeit hergestellt wird, spricht für sich: Ein Genuss für Auge und Gaumen.

Wie kam es zu Eurer Gründung?

Ariane Hensch und Sven Walton: Wir sind zwei Konditormeister und jeder für sich hatte schon während der Ausbildung den Wunsch, eine eigene Konditorei zu führen. Jedoch wollten wir diesen großen Schritt in die Selbstständigkeit nicht alleine wagen. Wie der glückliche Zufall es wollte, haben wir uns in der Meisterschule Iserlohn kennen und lieben gelernt und von da an waren wir ein unschlagbares Team. So entstand die Idee der kleinen Konditorei mit Cafébetrieb „Confiserie Harmonie“, in der wir in liebevoller Handarbeit leckere Törtchen und außergewöhnliche Pralinensorten herstellen. Die intensive Phase der Verwirklichung hat aufgrund von Finanzierungs- und Genehmigungsverfahren ca. 18 Monate in Anspruch genommen.

Wie hat Euer Umfeld darauf reagiert?

Ariane Hensch und Sven Walton: Wir haben sehr viel positives Feedback erhalten, insbesondere unsere Familien haben immer hinter uns gestanden und mit uns alle Hürden gemeistert. Aber wir wurden auch mit Vorbehalten konfrontiert, ob der Schritt in die Selbstständigkeit in unseren jungen Jahren nicht ein zu hohes Wagnis sei. Aber die meisten Außenstehenden waren begeistert von der Geschäftsidee, die als Bereicherung für den Tourismusort Hattingen empfunden wurde.

Kleine Küchlein werden mit Schokolade glasiert.

Was waren Eure ersten Schritte? – Von der Idee bis zur Gründung?

Ariane Hensch und Sven Walton: Über unsere Leidenschaft zum Konditorhandwerk waren wir uns von Anfang an einig. Unser Prinzip sollte liebevolle Handarbeit mit hochwertigsten Zutaten sein. Auf dieser Basis erstellten wir unseren Businessplan. Als schwierig gestaltete sich aufgrund der vielen behördlichen Auflagen die Ladenlokalsuche, die endlich mit der Anmietung eines Ladenlokals im Zentrum der Altstadt ein glückliches Ende fand.

Auch die Suche nach einer soliden Finanzierung durch eine ansässige Bank war nicht sofort erfolgreich, da doch Zweifel an einem erfolgreichen Geschäftsmodell geäußert wurden. Schließlich hat unsere flexible Gestaltung des Businessplans dazu geführt, dass wir letztlich eine Finanzierung erhielten. So war nur noch die Wartezeit auf die Baugenehmigung aufgrund einer Nutzungsänderung zu überbrücken – mit der finanziellen Belastung bereits zu zahlender Miete und vielen Investitionsausgaben eine harte Belastungsprobe. Wir haben nicht aufgegeben und konnten die Eröffnung noch in der Vorweihnachtszeit durchführen.

Welche Unterstützung habt Ihr in Eurem Gründungsprozess erhalten?

Ariane Hensch und Sven Walton: Viele verschiedene Institutionen haben uns bei der Umsetzung unserer Idee geholfen, wie z.B. die Wirtschaftsförderung Hattingen, die Bankberater, unsere Steuerberaterin, der Bürgermeister, unser Ladenbauer und natürlich unsere liebe Familie und Freunde, die so manches Mal ein offenes Ohr für uns hatten. An dieser Stelle möchten wir uns auch nochmal ganz herzlich bedanken.

Wir würden allen Gründungsinteressierten raten: Gib nicht auf! Ja, es ist mühsam, aber es lohnt sich, alle Leidenschaft für die Idee zu geben.

- Ariane Hensch und Sven Walton

Welche Rolle haben STARTERCENTER NRW dabei gespielt?

Ariane Hensch und Sven Walton: Das STARTERCENTER NRW der Handwerkskammer Dortmund hat uns stets begleitet und mitgefiebert. Von der Unterstützung beim Businessplan bis hin zu etlichen Gesprächen und sogar zu vielen Außenterminen zur Besichtigung und Beurteilung der Ladenlokale war das STARTERCENTER NRW der Handwerkskammer Dortmund immer an unserer Seite. Auch jetzt stehen wir noch in engem Kontakt.

Welche Veränderungen hat Euer Unternehmen in Zeiten der Corona-Krise erfahren?

Ariane Hensch und Sven Walton: Durch die Auflagen des Ordnungsamtes, die nicht nur die Schließung des Café-Betriebes beinhalten, sondern auch den Theken-Verkauf beeinträchtigen, haben wir uns dazu entschlossen, gezielt einen Verkaufstag einzurichten, an dem unsere Kunden die über die Woche bestellten Törtchen abholen können.

Weiterhin haben wir uns mehr auf die Fertigung von Motivtorten zu jedem Anlass im Kleinformat konzentriert.

Die gewonnene Zeit nutzten wir produktiv für die Kreation von drei weiteren Törtchen-Spezialitäten und erstellten für den Törtchen-Tag einen Onlineshop. Außerdem nehmen wir Macarons in unser Sortiment auf.

Habt Ihr die NRW-Soforthilfe beantragt? Welche Erfahrungen habt Ihr dabei gemacht?

Ariane Hensch und Sven Walton: Ja, wir haben innerhalb der ersten Tage unseren Antrag eingereicht. Dadurch, dass es einen Auszahlungsstopp gab, haben wir allerdings erst nach einem Monat die Soforthilfe erhalten.

Ausblick

Ariane Hensch und Sven Walton stehen in ihrer Konditorei.

Ariane Hensch und Sven Walton fiebern der Zeit entgegen, in der sie das Café und den neuen Terrassen-Bereich öffnen dürfen. Außerdem wollen sie die Produktvielfalt durch regionale und saisonale Törtchen-Kreationen weiter ausbauen. Mittelfristig möchten die Konditormeister ihre Philosophie und ihr Fachwissen weitergeben und einen Ausbildungsplatz sowie eine Vollzeitstelle schaffen.

Alle Bilder © MWIDE NRW/Holger Lückerath