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Anthony Sarpong steht in Küche und bereitet Essen zu

Interview mit Anthony Sarpong, Anthony’s Kitchen

Der gelernte Koch Anthony Sarpong eröffnete im April 2015 sein erstes eigenes Restaurant mit integrierter Kochschule in Meerbusch. Für seine Kochkünste erhielt er 2017 sogar einen Michelin-Stern.

Wie hast Du die Entscheidung getroffen, ein eigenes Restaurant zu gründen?

Anthony Sarpong: Ich habe mir die Frage gestellt, wie ich meine persönlichen Werte am genussvollsten vermitteln kann. Dann habe ich sehr lange und ausführlich mit meiner Familie – meiner Frau und meinen Brüdern – über die Idee einer Gründung gesprochen. Alle haben mich darin bestärkt und meinten, dass ich mir den Weg in die Selbstständigkeit ruhig zutrauen sollte. Dann habe ich mich umgesehen, wo ich meinen Traum angemessen verwirklichen könnte, und fand das Lokal in Meerbusch.

Gab es denn auch Leute, die versucht haben, Dich davon abzuhalten?

Sarpong: Natürlich! Selbst gute Bekannte rieten mir davon ab. Sie meinten, dass ich dann keine Zeit mehr hätte und nur noch rund um die Uhr mit dem Restaurant beschäftigt sein würde. Aber ich bin gereift genug, um so etwas vorher einzukalkulieren. Bevor ich wichtige Entscheidungen treffe, reflektiere ich sie immer mit meiner Familie, die ja dann auch unmittelbar involviert ist. Ich bin einfach der Typ Mensch, der, wenn etwas bei genauer Planung erfolgversprechend aussieht, dies auch erfolgreich umsetzen will. Daher hat mich die anfängliche Skepsis anderer in meinem Vorhaben sogar bestärkt.

Hand mit Küchenmesser über Zutaten

Was waren Deine ersten Schritte – von der Idee bis zur Gründung?

Sarpong: Als erstes habe ich einen Businessplan geschrieben – das hat ein knappes halbes Jahr gedauert. Nach meinem Hauptschulabschluss habe ich klassisch Koch gelernt. Bei dieser Ausbildung lernt man nicht, wie man Businesspläne so schreibt, dass sie anerkannt werden und andere in Dein Vorhaben investieren wollen. Darum habe ich zuerst mit Freunden gesprochen, die ein eigenes Restaurant haben, und auch mit meinen damaligen Chefs. Auf deren Erfahrungen aufbauend und durch Wissen, das ich mir selbst angeeignet habe, habe ich dann meinen eigenen Businessplan erstellt. Das war eine wirklich schwierige Zeit, in der ich gemerkt habe, dass die Verwirklichung meines Traums doch nicht so einfach ist, wie im stillen Kämmerlein ersonnen.

Wie hat Dir das STARTERCENTER NRW dann geholfen?

Sarpong: Das STARTERCENTER NRW bei der IHK Düsseldorf hat mir hauptsächlich mit den Banken bzw. der Bewilligung der Kredite geholfen. Es gab Punkte in meinem Businessplan, die noch nicht ganz plausibel waren, um Betriebswirtschaftler zu überzeugen. Wir sind das dann gemeinsam mit dem STARTERCENTER NRW sorgfältig durchgegangen. Dabei wurden mir einige hilfreiche Tipps gegeben, wofür ich bis heute dankbar bin.

Wenn man sich selbstständig macht, dann muss man die Power und die Willenskraft haben, für seinen Traum zu blühen und zu sterben. Und ganz wichtig: Keine Alleingänge, auch wenn man glaubt, es ohne Hilfe von anderen zu schaffen. Da sind solche Institutionen wie die STARTERCENTER NRW notwendig, wenn man nicht nach wenigen Jahren mit der Gründung scheitern und im finanziellen Chaos enden möchte.

- Anthony Sarpong

Was würdest Du jemandem raten, der gerne gründen würde, sich aber bislang noch nicht getraut hat?

Sarpong: Wenn man sich selbstständig macht, dann muss man die Power und die Willenskraft haben, für seinen Traum zu blühen und zu sterben. Und ganz wichtig: Keine Alleingänge, auch wenn man glaubt, es ohne Hilfe von anderen zu schaffen. Da sind solche Institutionen wie die STARTERCENTER NRW notwendig, wenn man nicht nach wenigen Jahren mit der Gründung scheitern und im finanziellen Chaos enden möchte. Denn es gibt zwangsläufig immer – auch bei guter Vorbereitung – unvorhergesehene Schwierigkeiten. Da hilft dann nur eine gute Planung, die auch aufzeigen kann, wie man trotzdem noch an sein Ziel gelangen kann. Das ist wie auf hoher See, wo man auch genau wissen muss, wo man sich gerade befindet, wo oben oder unten ist und dabei das Ziel hinter dem Horizont versteckt liegt.

Dennoch ist jede Selbstständigkeit, egal in welcher Branche, mit ständigem Risiko durchsetzt. Daher sollte man sich gut überlegen, ob man diesen harten Weg sich selbst und seinem privaten Umfeld antun möchte. Ich persönlich liebe es und kann nicht mehr ohne.

Und was denkst Du, macht Dein Erfolgsrezept aus?

Sarpong: Kontinuität und Respekt, wie auch die Art des Miteinanders. Raum zur individuellen Entwicklung jedes Mitarbeiters ist dabei so wichtig wie die Luft zum Atmen, auch wenn es in der Gastronomie immer einen geben muss, der am Ende des Tages den Kopf hinhält. Wir sind sehr international aufgestellt und bieten New Dining auf Sterneniveau, aber auch Klassiker wie Bratkartoffeln mit Salat im Reiterstübchen. Doch alles steht und fällt mit der Qualität der Zutaten und dem Können der Menschen, die sie verarbeiten. Ich sage immer, dass es nur ein Erfolgsrezept gibt und das ist, jeden Tag fleißig zu arbeiten und zu versuchen sich ständig kreativ zu verbessern. Das ist es, was mich antreibt.

Ausblick

Anthony Sarpong mit Soßenkelle

Heute betreibt der aus Ghana stammende Wahl-Meerbuscher Anthony Sarpong zwei weitere Restaurants – das „Reiterstübchen“ in Neuss-Rosellen und die 11th Floor-Bar-Küche im MeandAll-Lindner Hotel in Düsseldorf.

Alle Bilder © MWIDE NRW/Christopher Koch