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Andreas Meyer steht in der Werkstatt neben einem Auto

Interview mit Andreas Mayer, HECC - High End Classic Cars GmbH

Oldtimer sind mehr als nur ein Hobby: Das Team von HECC - High End Classic Cars aus Dorsten hat sich zum Ziel gesetzt, Pflege am Kulturgut Auto zu betreiben. Gründer Andreas Mayer richtet mit seinem Team alte Schätze mit Leidenschaft wieder her. Vom Klassiker aus den 50ern bis zum Youngtimer ist alles dabei.

Mehr als 25 Jahre ist es her, dass Andreas Mayer seinen ersten Oldtimer gekauft hat. Längst sind alte Autos für ihn zur Leidenschaft geworden. Von der Sattlerei bis zum Motorenbau kann die Spezialwerkstatt das Rundum-Paket bieten.

Wie kam es zu Deiner Gründung?

Andreas Mayer: Meine große Leidenschaft sind Oldtimer, die damit verbundene Handwerkskunst und die Natur. Oft werden diese Themen als konträr empfunden, aber ich wollte beides in Einklang bringen. Restauration trifft klimafreundliche Werkstatt, Oldtimer trifft neue Verfahren.

Der größte freie Fahrzeugveredler in Deutschland schrieb 2009 eine Stelle aus, in der ein Kfz-Meister gesucht wurde, um eine Classic-Abteilung zu gründen. Ich begann zunächst noch allein an einer Hebebühne mit dem Aufbau dieser Abteilung. Sie wuchs schnell und kontinuierlich auf eine beachtliche Größe an. Nach acht Jahren war dann Zeit für den nächsten Schritt: Die Gründung eines eigenen Unternehmens, um eigene, neue Wege gehen und Ideen umsetzen zu können.

Wie hat Dein Umfeld darauf reagiert?

A. Mayer: Die Reaktionen reichten von besorgt, überrascht vor allem zu anerkennend und unterstützend. Es gab auch einige, die gefragt haben: "Warum erst jetzt?" Die wichtigste Person, meine Frau, war aber sofort bereit, diesen Weg mit mir zu gehen. Heute sind alle stolz, die Skeptiker sind verstummt und alle warten, was ich mir als nächstes ausdenke.

Andreas Mayer hält ein Bauteil eines Autos in der Hand

Was waren Deine ersten Schritte – von der Idee bis zur Gründung?

A. Mayer: Da ja der Inhalt der Selbstständigkeit klar war, haben wir uns zuerst mit der Standortfrage beschäftigt. Wir suchten einen Ort, der dem angestrebten Kundenkreis, dem Thema und den technischen Ansprüchen gerecht wird. Die Frage nach einer neuen oder gebrauchten Immobilie war entscheidend für die Ermittlung des Finanzierungsbedarfs. Da wir bei jeder gebrauchten Immobilie zu viele Kompromisse hätten eingehen müssen, entschieden wir uns für einen Neubau. Dann holte ich Angebote ein, erstellte einen Businessplan, beantragte Fördergelder und kündigte meinen Job, um mich in Gänze um die neue Firma zu kümmern. Parallel fand ich das passende Grundstück und entwickelte zusammen mit meiner Frau - und unserer Kommunikationsagentur - den Firmennamen und ein Logo, und zwar in Anlehnung an den neuen Standort sowie unseren ersten gemeinsamen Oldtimer.

Ich habe vor allem in der Gründungsphase gelernt, dass man ruhig viele verschiedene Leute ansprechen sollte, denn die meisten haben gute Tipps und geben diese auch gerne weiter.

- Andreas Mayer

Welche Unterstützung hast Du in Deinem Gründungsprozess erhalten?

A. Mayer: Beim Kauf des Grundstücks und Fragen zum Bauantrag hat mir die Stadt Dorsten sehr geholfen. Viele wertvolle Tipps zum Förderantrag und zum Standort bekam ich durch windor (Wirtschaftsförderung Dorsten). Beim Finanzkonzept halfen mir unsere Bank und der Steuerberater, die man unbedingt von Anfang an mit ins Boot nehmen sollte.

Ich habe vor allem in der Gründungsphase gelernt, dass man ruhig viele verschiedene Leute ansprechen sollte, denn die meisten haben gute Tipps und geben diese auch gerne weiter.

 

Welche Rolle haben STARTERCENTER NRW dabei gespielt?

A. Mayer: Bei einem Erstgespräch bei der IHK Nord Westfalen Gelsenkirchen bekam ich wichtige Tipps bezüglich der Firmierung und Adressen für die nächsten Schritte. Dann habe ich bei der HWK Münster mein Businesskonzept vorgestellt und deren kritische Fragen beantwortet. Große Hilfe bekam ich bezüglich Rechtsfragen zum Thema Markenschutz, und einige Hinweise auf mögliche Förderungen.

Was würdest Du jemandem raten, der gerne gründen würde, sich aber bislang noch nicht getraut hat?

A. Mayer: Wenn sich jemand selbstständig machen will, sollte er/sie sich zunächst absolut sicher sein, welche Fähigkeiten schon vorhanden sind und welche vielleicht noch erworben werden müssen. Der große Ansporn sollte Leidenschaft sein, denn ohne wird man niemals brillant und erfolgreich sein. Eigentlich ist es nicht entscheidend, was man macht, sondern eher, mit welcher Entschlossenheit die angestrebten Ziele verfolgt werden. Man sollte auch keine Aussage, keinen Tipp oder Rat als Gesetz hinnehmen, sondern immer mehrere Meinungen einholen und alles kritisch hinterfragen. Eine Selbstständigkeit ist wichtig, schwierig, aber dennoch erstrebenswert.

Ausblick

Andreas Mayer steht an einem Bohrgerät

Die Mitarbeiterzahl von HECC - High End Classic Cars ist schon jetzt im niedrigen zweistelligen Bereich. Auch bei weiterem Wachstum steht in Zukunft das Erhalten von alten Schätzen im Vordergund. Egal ob Mercedes oder Porsche.

Alle Bilder © MWIDE NRW/Holger Lückerath